Robby Müller – Master of Light

6. Juli 2017 bis 5. November 2017

Mit der Sonderausstellung Robby Müller – Master of Light richtet das Museum für Film und Fernsehen den Blick auf einen der einflussreichsten Kameramänner des internationalen Kinos. Die tanzende Björk in einem Fabrikgebäude, der in einem Kanu dahingleitende Johnny Depp oder die schöne Nastassja Kinski im leuchtend pinkfarbenen Pullover – Müller ist der Kameramann, der große kinematografische Momente in modernen Klassikern geschaffen hat.

Internationale Laufbahn

Seine Aufgaben als Director of Photography übernimmt Müller nach seinem Abschluss 1964 an der Nederlandse Filmacademie (Amsterdam) zunächst in Deutschland. Hier arbeitet er neben Wim Wenders mit Regisseuren und Autoren wie Edgar Reitz, Hans W. Geißendörfer oder Peter Handke zusammenarbeitet und prägt den Look des Neuen Deutschen Films. Mit Jim Jarmuschs düsteren 1990er-Jahre Filmen  GHOST DOG (1999) und DEAD MAN (1995) fotografiert er später zentrale Werke des amerikanischen Independent Kinos. Unter Lars von Triers Regie experimentiert er mit der Handkamera in BREAKING THE WAVES (1996) und mit neuen Bildtechniken in DANCER IN THE DARK (2000).

Kunstvolle Reduktion

Starren Systemen, überflüssigen Vorschriften und einer konventionellen Arbeitsweise gegenüber abgeneigt, bleibt Müller während seiner gesamten Karriere dem eigenen Ansatz treu: keine unnötigen technischen Hilfsmittel, keine übertriebene Ausleuchtung und keine effektheischende „Kamera-Akrobatik“, wie er es nennt. Die visuelle Gabe des Niederländers genießt weltweit große Anerkennung, seine Arbeit ist vielfach ausgezeichnet.

Ausstellungskonzept

Die vom EYE Filmmuseum Amsterdam konzipierte Ausstellung versucht sich dem visuellen Scharfsinn des Niederländers und der Vielschichtigkeit seiner Werke auf drei Ebenen anzunähern: Neben großflächigen Projektionen ausgewählter Filmszenen, berichten Regisseure wie Wim Wenders, Lars von Trier, Jim Jarmusch und Steve McQueen in Interviews von Müllers herausragenden Fähigkeiten als Kameramann. Einblicke in sein Privatarchiv bereichern die Schau durch Dokumente und Skripte, Dutzende Filmaufnahmen beschreiben sein Leben am Set wie ein Tagebuch. Die Kamerafrau Claire Pijman hat mehrere hundert Stunden Filmmaterial gesichtet, nach Motiven geordnet und zu Videoschleifen zusammengeschnitten, die auf verschiedenen Bildschirmen zu sehen sind. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung eine Auswahl seiner Polaroid-Fotos. Sie veranschaulichen Müllers fotografische Denkweisein in Bezug auf Farbe, Licht, Schatten und Komposition, die auch für seine Filme so charakteristisch ist. Auf diese Weise macht die Polaroid-Serie Robby Müller einmal mehr zum „Master of Light“.

 

 

Filmspotting – Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek

ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST (D 1993, Regie: Vladimir Majdandzić und Luke McBain)

31. Juli 2017, 19 Uhr

Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin

Sehen Kameraleute die Welt anders oder ändert sich die Welt, sobald man sie durch die Linse einer Filmkamera betrachtet? Anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung Robby Müller – Master of Light widmet sich der Filmspotting-Termin im Juli der stilprägenden Arbeit von Kameraleuten.

In ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST befragen die beiden Filmemacher Vladimir Majdandzić und Luke McBain einige der prominentesten Kameramänner zu ihrer Arbeit. Neben dem kürzlich verstorbenen Michael Ballhaus, Woody Allens Stamm-Kameramann Carlo Di Palma und dem mehrfach oscarnominierten Haskell Wexler kommt auch Robby Müller zu Wort, der besonders durch seine Arbeit mit Wim Wenders und Jim Jarmusch bekannt geworden ist.

Mit Einführung

Für die Mitglieder des Förderkreises ist die Filmvorführung wie immer kostenlos.